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Rolf Zuckowski und Peter Maffay

Rolf erinnert sich an "Der Baum des Lebens" – wie aus einer Idee zwei Lieder wurden

Als Peter Maffay mit seiner Idee für "Tabaluga" bei Rolf Zuckowski zu Hause war, spielte Rolf ihm ein Lied vor, das bis dahin niemand kannte. Der Text passte wunderbar in die Welt des kleinen grünen Drachen. Nur die Melodie erschien Peter dafür etwas zu lieblich.

Damit hätte die Geschichte des unveröffentlichten Liedes "Der Baum des Lebens" enden können. Stattdessen nahm sie eine überraschende Wendung: Der Text erhielt eine neue Komposition, während Rolfs ursprüngliche Melodie später in einem anderen Lied weiterlebte.

So wurden aus einer Idee zwei Lieder, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch bis heute miteinander verbunden sind.

Eine ganz besondere Geschichte

Ungefähr 1982 schrieb Rolf das Lied "Der Baum des Lebens", ohne es zu veröffentlichen. Der Baum durchlebt darin die Jahreszeiten und hält den Stürmen stand, bis sein letzter Zweig zerbricht.

Im Herbst lass ich mich von den Stürmen biegen
und schenke dieser Welt die allerschönste Farbenpracht.
Seh meine Blätter hoch im Winde fliegen
und weiß, dass ihre Freude den Abschied leichter macht.

 

Diese Zeilen verbinden die Farbenpracht der Jahreszeit mit dem Abschied von den Blättern. Freude und Vergänglichkeit liegen in dem Lied nah beieinander.

Zu dieser Zeit suchte Peter Maffay nach einer Idee für ein Werk, das zu ihm und zu einem jungen Publikum passen konnte. Im "Riverboat" erinnerte sich Rolf Zuckowski daran, wie beide bei ihm zu Hause an der Elbe über mögliche Geschichten und Figuren nachdachten. Dabei war für Rolf klar:

"Es musste abenteuerlich sein, es musste sagenhaft sein."

Wie Rolf und Peter Maffay an der Elbe die ersten Gedanken zu "Tabaluga" entwickelten, erzählt Rolf im Riverboat-Interview.

So entstand die Welt von "Tabaluga". Mit dem Baum, der von den Jahreszeiten, dem Leben und dem Abschied erzählt, hatte Rolf bereits eine Figur geschaffen, die wunderbar in diese Welt passte.

Als Peter Maffay "Der Baum des Lebens" hörte, gefiel ihm der Text. Er passte wunderschön in die geplante Geschichte des kleinen grünen Drachen und die Tabaluga-Welt. Peter Maffay jedoch war die Melodie jedoch ein bisschen zu lieblich. Deshalb wurde Rolfs Text von Peter Schirmann neu vertont. Herausgekommen ist eine Hymne auf Beständigkeit und Wechsel der Natur, ein Kernstück von "Tabaluga oder die Reise zur Vernunft".

Eine Fernsehaufnahme aus dem Jahr 1985 zeigt Peter Maffay mit dem Lied in der Welt von "Tabaluga". Hier findet Ihr den Auftritt aus "Mein Freund – der Wald".


Wie aus der ersten Melodie "Dein kleines Leben" wurde

Die ursprüngliche Komposition dürfte Euch trotzdem bekannt vorkommen. Sie klingt genauso wie das heutige "Dein kleines Leben". So sind also genau zwei Lieder aus einer Idee entstanden. Nachdem "Der Baum des Lebens" für "Tabaluga" neu vertont worden war, schrieb Rolf auf seine erste Melodie einen anderen Text.

"Halb 11 und du kannst wieder mal nicht schlafen ..."

Dieses liebevolle Elternlied lässt einen ebenfalls nicht los. Es beschreibt die Schattenseiten des Schlafengehens von Kindern, erzählt von schweren Gedanken und Schlaflosigkeit, aber auch von Trost und Begleitung. Es widmet sich mit großer Liebe dem "kleinen Wesen Mensch" als Wunderwerk und vermittelt Ruhe, Vertrauen und Zuversicht.

Die musikalische Fassung, die für das "Tabaluga"-Projekt nicht verwendet wurde, fand damit zu einer stillen Familienszene. "Dein kleines Leben" erschien später auf mehreren Veröffentlichungen und wurde zu einem festen Teil von Rolfs Repertoire. Der Song wird sowohl von Rolf als auch von seiner Tochter Anuschka gesungen.

Der Baum kehrt zu Rolf zurück

Auch Rolf Zuckowski sang "Der Baum des Lebens" später mit der Melodie von Peter Schirmann und meisterhaft arrangiert von Werner Becker, der am Piano spielt. Erschienen ist sie auf "Gemeinsam unterwegs".

Bei einem Fernsehauftritt im Jahr 2001 wurde Rolf von Julian Maaß am Klavier begleitet. Die Aufnahme zeigt, wie das Lied "Der Baum des Lebens" schließlich zu Rolf Zuckowski zurückkehrte.


Aus einer ersten Idee waren zwei eigenständige Werke geworden. Der Text fand seinen Platz bei "Tabaluga", während Rolfs ursprüngliche Komposition mit "Dein kleines Leben" eine neue Geschichte erhielt.

"Der Baum des Lebens" erzählt davon, sich dem Wandel zu stellen und dennoch weiterzubestehen. Dass auch das Lied selbst eine so unerwartete Veränderung durchlief, gehört zu seiner ganz besonderen Geschichte. Manchmal ist eine Melodie also nicht verloren, wenn sie für ein bestimmtes Lied nicht verwendet wird. Sie wartet nur auf die Worte, die wirklich zu ihr gehören.

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